Roadtrips mit Kindern – Unsere Tipps für lange Autofahrten mit Kindern

27/11/2019 | Deutschland, Familienwelten, Reisetipps | 2 Kommentare

Das Reisen – unvergessliche Momente, großartige Begegnungen, Zeit für sich und die Familie, strahlende Kinderaugen…

Ja, das ist Reisen! Oder könnte es sein. Aber Reisen kann auch anders:

Pannen, falsches Packen, maulige Kinder, Notfälle, Hunger unterwegs, Extrakosten – Gerade das Reisen mit Kindern steckt voller potenzieller Schwierigkeiten und Herausforderungen.

Besonders bei längeren Autofahrten sieht man sich täglich mit den Herausforderungen der Straße konfrontiert, fremde Kulturen, fremdes Essen, schlechtes Wetter, wenig Platz, und dann noch Stau… Da ist schlechte Laune vorprogrammiert.

Das schreckt viele Reisende häufig davon ab, mit ihren Kleinen zusammen die Welt zu entdecken, besonders mit dem eigenen Auto oder Campervan.

Deshalb habe ich ein paar Tipps für dich zusammengestellt, die dir bei der Vorbereitung helfen können.  In diesem Beitrag soll es besonders um die Fahrt an sich gehen und wie man sie für alle Beteiligten möglichst angenehm gestalten kann.

 

Zu allererst, wo soll es eigentlich hingehen?

Natürlich ist die Wahl des Reiseziels entscheidend, wenn es um weitere Überlegungen zur Planung für die Kleinsten geht. Was packe ich ein, welches Spielzeug ist angebracht, brauche ich Sonnencreme, bestimmte Impfungen oder gar Vorrat an ihrem Lieblingsessen?

Dabei sollte nicht vergessen werden, dass es im April auch in Südeuropa noch kalt sein kann und neben der Badehose auch dicke Pullis mit im Gepäck sein sollten, und es auch in Island warme Tage gibt. Das Checken der guten alten Wetter-App ist also ratsam.

Wenn ihr euch in Westeuropa aufhaltet, werdet ihr sowohl was das Essen angeht, als auch mit Bedarfsartikeln für Babies und Kleinkinder gut versorgt sein. Unserer Erfahrung nach lohnt es sich nicht, wertvollen Platz für einen Monatsvorrat an Windeln zu vergeuden.

Wenn ihr allerdings entlegende Gegenden ansteuert, bedarf es einer genaueren Recherche. Wir werden uns bemühen, euch in der Rubrik Reiseziele  für jedes bereiste Land aufzuzeigen, ob, wo und welche Artikel erhältlich sind und was es im Speziellen zu beachten gibt.

Bedenkt die Route so zu wählen, dass ihr keine allzu langen Autofahrten unternehmen müsst. Die Entfernung des Reiseziels sollte der verfügbaren Reisezeit angepasst sein, so dass ihr am Ende nicht täglich Stunden um Stunden im Auto verharren müsst. Was mich gleich zum nächsten Punkt bringt:

 

Wie viel fahren am Tag ist eigentlich okay?

Im Grunde muss das jede Familie für sich selbst herausfinden. Manche Kinder lieben es, Auto zu fahren, andere schlafen ein, sobald es ruckelt, und wieder andere können nur empört aufschreien, sobald sich das Auto in Bewegung setzt.

Wir für unseren Teil haben uns Schritt für Schritt an unser Wohlfühltempo herangetastet. Dabei fahren wir ungern mehr als 4 Stunden am Tag, und bitte auch nicht jeden Tag! Die Fahrt legen wir bewusst immer auf die Mittagszeit, so ist Alva bereits einige Zeit mit ihrem Mittagssnack beschäftigt und den Großteil der Fahrt am Schlafen. Den Mittagsschlaf zum Fahren nutzen, hat sich für uns ganz besonders bewährt. Das schenkt uns als Paar Zeit in Ruhe miteinander zu quatschen, ein Hörbuch zu hören oder einfach die Gedanken schwelgen zu lassen und aus dem Fenster zu träumen.

Wenn möglich legen wir mindesten zwei  Ruhetage ein und erkunden die Umgebung. Nach einer langen Fahrt von 6 Stunden oder mehr können es gerne auch mal 4 Tage sein, je nachdem, wie wohl wir uns an dem jeweiligen Stellplatz fühlen. Das ist ja das Schöne am Reisen mit dem eigenen Fahrzeug, man kann von Tag zu Tag entscheiden, kann bleiben oder weiter fahren, dem Wetter oder der eigenen Laune hinterher düsen. Schließlich ist man nicht an fixe Buchungen gebunden.

Es zahlt sich dabei immer aus, die Kinder in diese Entscheidung mit einzubeziehen.

Wenn ihr so wie wir mit dem einem Camper unterwegs seid, statt mit einem Mietwagen, dann gestaltet sich das Fahren noch um einiges leichter. Anhalten und Mittag kochen, während die Kleinen eine Spielplatz- oder Tobepause einlegen oder eine genüssliche Kaffeepause mit selbst gebrühtem Kaffee genießen. Alles kein Problem – herrlich! So lässt es sich auch mal gut Strecke machen an langen Fahrtagen.

Wir sind, seitdem wir mit unserem eigenen Zuhause unterwegs sind, auch öfter dazu übergegangen, die Abend- und frühen Nachtstunden für die Weiterfahrt zu nutzen. Alva schläft dann in ihrem Kindersitz ein, und wir legen sie in ihr Bett um, wenn wir am Stellplatz angekommen sind. Das verschafft uns Zeit, die Tage zu nutzen und dichtem Verkehr zu entgehen.

Ihr seht, das Fahren – wie so vieles am Reisen –ist Geschmackssache. Aber das muss jeder ein Stückweit für sich selbst herausfinden. Habt dabei keine Angst vorm Fahren! Irgendwann kommt ihr am Ziel an, und die Freude darauf teilen auch die kleinsten Mitfahrer und Mitfahrerinnen .

 

Fahrzeit als Familienzeit nutzen

Wenn die Kleinen nicht gerade schlafen oder essen, dann bietet es sich wunderbar an, die Zeit gemeinsam intensiv zu nutzen. Wann sonst hat man so viel Zeit, um endlich einmal über all das zu reden, für das im Alltag keine Zeit bleibt? Endlich DIE Gelegenheit,  über Gott und die Welt zu debattieren und auf die unzähligen Fragen einzugehen, die in den Köpfen der Kleinen umherschwirren.

Reflexionen über die gemeinsamen Erlebnisse bieten sich wunderbar an: „Was hat dir heute besonders gefallen, was nicht?“, „Was ist dir aufgefallen?“, „Woran hat dich das Gesehene erinnert?“

Ebenso wie gemeinsames Pläneschmieden:

„Was möchtet ihr als erstes tun, wenn wir ankommen?“, „Was wolle wir heute kochen?“ (unser Lieblingsthema), „Was wollen wir morgen machen, hast du Ideen/ Wünsche/ Vorschläge?“

Genug gequasselt? Dann kann endlich gemeinsam gesungen werden, gespielt oder gerätselt. Ist kein fester Tisch am Platz des Kindersitzes vorhanden, dann schaut in den  folgenden Abschnitt. Dort schlage ich  Alternativen vor, denn ein Tisch während der Fahrt zu Verfügung zu haben, erleichtert einfach vieles.

 

Unsere Spielzeug-Tipps für lange Autofahrten

Wieviel Spielzeug braucht ein Kind wirklich, und welches eignet sich für lange Autofahrten? Die Antworten darauf  muss natürlich jede Familie und jedes Kind für sich individuell entscheiden. Ich möchte an dieser Stelle unsere persönlichen Highlights nennen, die sich bei langen Autofahrten für uns bewährt haben. Ich werde in einem gesonderten Blog-Beitrag noch einmal speziell auf Spielzeug für eine Langzeitreise eingehen. 

Unsere Alva ist aktuell fast 3 1/2 Jahre alt und besitzt kein iPad und auch keinen iPad Zugang von uns. Es ist erstaunlich, wie gut es auch ohne geht, und wie schön sie sich selbst beschäftigen kann.

Was aber stattdessen nicht mehr aus ihrem Alltag wegzudenken ist, ist ihre

Badoo KidzAudio Musikbox. Die liebt sie abgöttisch und schleppt sie überall mit hin. Auf verschieden farbigen USB-Sticks haben wir Musik und Geschichten raufgespielt, die sie mittlerweile selbst in die Box steckt und so eigenständig entscheidet, was sie hören möchte. Besonders bei Autofahrten eignet sich diese Musikbox viel besser als die Tonie Box, die wir zuvor genutzt hatten. Hier können keine Tonies runterfallen, wenn es holprig wird oder wenn die Box auf ihrem Schoss in Schieflage gerät, weil sie beim Hören eingeschlafen ist.

Wenn ihr keinen festen Tisch am Kindersitz zur Verfügung habt, dann eignet sich ein kleiner Kinderreisetisch zum Anschnallen bei der Autofahrt. Wir nutzen den

Lenbest Kinder Reisetisch . Bei Amazon findet ihr eine große Auswahl an verschiedenen Reisetischen für Kinder. Das gibt den Kindern die Möglichkeit, während der Reise darauf zu spielen, zu essen und zu malen. Die Tische dienen gleichzeitig als Maltafel und werden mit den passenden, abwischbaren Stiften geliefert. Die Reisetische können ganz einfach an den Kindersitz geschnallt werden und lassen sich platzsparend wieder zusammenfalten.

Alva liebt das Kleben, Rätseln und Malen, wie die meisten Kinder in ihrem Alter. Daher sind die

„Was ist Was“ Lern- und Entdeckerheftchen eine hervorragende Beschäftigung bei  Autofahrten für Kinder.

Überhaupt liebt Alva Bücher über alles und kann davon nicht genug haben. Was uns platztechnisch vor einige Herausforderungen stellt.

Daher lieben wir die Pixie Bücher. Sie sind günstig, klein, schmal und handlich und eine Kinderhandvoll davon ergibt viele Stunden Beschäftigung für Kinder.

Weitere gute Ideen sind

Ein kleiner Tipp zum Schluss: Räumt das Spielzeug und die Bücher einige Wochen vor der Reise weg, damit es zur Reise wieder spannend ist oder versteckt geschenkte Spielsachen, um sie für die Reise aufzuheben.

 

Eigenständige Selbstversorgung ermöglichen

Autofahrten sollen so bequem und angenehm wie möglich sein. Dazu gehört es für uns definitiv während der Fahrt zu essen. Wir lieben es, genüsslich die Stullenpakete auszupacken, sobald wir die Autobahn oder Landstraße erreicht haben und während der Fahrt vor uns hin zu snacken. Dieses Recht hat natürlich auch unsere Tochter.  Daher versorgen wir sie schon vor Fahrtantritt mit Trinkflasche und Brotdose, woraus sie sich während der Reise beliebig bedienen kann. Geht mal etwas daneben, dann ist es nicht so schlimm. Den Kindersitz kann man ausklopfen, und in der Flasche ist nur Leitungswasser (unser Standard-Getränk nicht nur auf Reisen). Wir verzichten größtenteils auf zuckrige Snacks (ebenso wie im Alltag), da es Kinder nach unseren Beobachtungen zappelig und unruhig  macht. Dass es zudem alles andere als gesund ist, bräuchte ich sicher nicht weiter zu erwähnen. Neben dem Essen finden sich Alvas liebste Spielsachen und Bücher, sowie ihr Kuschelkissen und die Sonnenbrille in Reichweite.

Ich hoffe, du konntest einige Anregungen mitnehmen. Habe ich etwas Wichtiges vergessen, oder hast du einen guten Tipp für mich? Dann hinterlasse gern ein Kommentar.

Auf allzeit gute Fahrt! Deine Melli

 

Anmerkungen zum Beitrag:

Dieser Beitrag fällt unter Werbung, da ich Produktnamen nenne und vorschlage. Ich wurde dabei von keinem beauftragt oder bezahlt. Es handelt sich dabei ausschließlich um meine persönlichen Tipps und Erfahrungen, die ich mit euch teilen möchte.

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2 Kommentare

  1. Kathrin Reiche

    Mein Mellingen,
    das hast du wieder zauberhaft geschrieben mit vielen interessanten Hinweisen und wertvollen Tipps.
    Hattaaaaaaa

    Antworten
    • melli@mellowmagic

      Danke mein Mamichen!! Jetzt weißt du, wie du mich im Auto bespaßen kannst 😉

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Die Reisenden


Schön, dass du zu uns gefunden hast! Wir sind Melli und Wallo und reisen mit unseren bald  zwei Kindern durch die Welt. Dabei leben wir  Vollzeit in unserem selbst ausgebauten Mercedes Oldtimer. Komm mit uns auf diese virtuelle Reise und lasst uns gemeinsam in fremde Welten eintauchen. Neben unseren persönlichen Eindrücken und Begegnungen, findest du auf unserem Blog allerhand Informationen zu Reisezielen, Reisevorbereitung, Ausbau, Finanzierung und zum Vanlife als Familie.

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